Die singenden Dünen in Dunhuang


Die singenden Dünen in Dunhuang

Dünen geben nicht nur einen schönen Aussichtspunkt ab, einige können sogar singen. Dem musikalischen Wüstenphänomen kann man auch in China, bei Dunhuang, lauschen.

Das Kettenrasseln der Wüstengeister

Sie brummen, sie donnern, sie wispern – und manchmal scheinen Dünen auch Gesang anzustimmen. Im Reich der Mythen sind Wüstengeister für die Mitteilsamkeit des Sandes verantwortlich. Marco Polo war sich da jedenfalls sicher.

Sand in Bewegung

Heute weiß man es besser – zugegeben, die Erklärung ist weniger poetisch. Die sanften bis durchdringenden Töne entstehen, wenn die Sandkörner in Sandlawinen abrutschen. Dabei erzeugen sie leichte Luftschwingungen und damit eine kleine Druck- und Schallwelle: Die Sandkörner vibrieren. Bei mehreren hundert Sandkornschichten kann es so zu lauten Brummtönen kommen. Noch sind aber nicht alle Rätsel gelöst – und lassen noch Raum für Geisterspekulationen. Nach wie vor ist ungeklärt, wie sich die einzelnen Schwingungen zu hörbaren Tönen summieren.

Auf die Größe kommt es an

Nicht nur Monotonie – auch Konzerte in mehreren Tonhöhen sind möglich. Physiker der Universität Paris Diderot fanden heraus, das die Korngröße entscheidend für die Frage nach dem Wohlklang ist. Unterschiedlich große Sandkörner bringen verschiedene Höhen hervor – und damit im Miteinander eher Katzenjammer. Die Forscher haben zwei Dünen untersucht: eine in der Nähe der marokkanischen Hafenstadt Tarfaya, eine im Oman, nahe Al-Askharah. Die Düne in Marokko gibt ein homogenes Gebrumm mit 105 Hertz von sich, die im Oman tanzt musikalisch aus der Reihe. Um der Ursache auf die Spur zu kommen, nahmen Sie kiloweise Sand aus den Wüsten mit ins Labor. Hier haben die Wissenschaftler die Sandkörner aus dem Oman nach ihrer Größe sortiert – und siehe (bzw. höre) da: Je kleiner die Partikeln sind, desto höher klingt der Ton.

Im folgenden Video hören Sie den Gesang der zwei Sanddünen, die die Forscher untersuchten:

Zu Besuch bei den sandigen Sängern

Wer ein solches Konzert der anderen Art live hören möchte, hat zum Beispiel in China gute Chancen. Vor den Toren der Stadt Dunhuang erstreckt sich das Dünengebiet Mingsha Shan – nicht umsonst heißt es übersetzt „Widerhallende Sanddünen“. Gleich in der Nähe befindet sich übrigens der Mondsichelsee. Die Gegend wird oft von Sandstürmen heimgesucht, die sogar die Sonne komplett verdunkeln, trotzdem wurde die Quelle des Sees nie vom Sand verdeckt.

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