Kung Fu


Kung Fu

Wer sich mit China beschäftigt, stößt zwangsläufig auf die Kampfkunst Kung Fu. Noch immer in Erinnerung für Viele ist die Fernsehserie "Kung Fu" mit David Carradine. Ebenso unvergessen die Kinolegende Bruce Lee. Doch die Frage sei erlaubt: Wie realistisch und authentisch war das, was wir da über Kung Fu gesehen haben?

Bei jeder Kampfkunst ist sicherer Stand auf solider Unterlage die Basis. Für einen Text über die Ursprünge des Kung Fu kann es diesen wünschenswert sicheren Untergrund kaum geben. Dies hat historische Ursachen:
Die in das 2. Jahrtausend vor Christus zurückreichende Tradition der Kampfkunst wurde mündlich überliefert. Es gab dabei in Folge verschiedene Schulen und Interessensgruppen. Da mischte sich Fantasie mit Wahrheit.

In der sogenannten Zhou-Epoche 1122 bis 221 vor Christus wurden erstmals spezielle Kampfkünste erwähnt. Zum Ende dieser Zeit entstand ein Kampfstil Chang Shou, der als Vorstufe zum bekannten Shaolin Stil Chang Chüan, "Lange Faust", gesehen wird. Das legendäre Shaolin Kloster wurde im 5. Jahrhundert errichtet, als sich der Buddhismus aus Indien über China verbreitet hatte. Der indische Mönch Boddhidarma, als historische Person umstritten, kam im Jahr 520 in das Shaolin Kloster und begründete den Chan-Buddhismus. Bestehende Kampfformen wurden durch ihn zur Kampfkunst. Ziel war eine geistige Vollkommenheit, die durch körperliche Übung des Kampfes erreicht werden sollte. Angereichert wurde dies mit Bewegungs- und Atemübungen aus verschiedenen Yogapraktiken.

500 Jahre später legte der General Yüeh Fei mit den acht traditionellen Übungen, den Brokatstücken, den Grundstein für das Kung Fu und Qigong mit dem sogenannten Adlerstil. Um 1300 entstand der vermutlich populärste Stil des Kung Fu, das Tai Chi Chüan. Hier fließt die Lehre der Harmonie zwischen Yin und Yang aus dem Taoismus mit ein.

Im 16. Jahrhundert prägten die Shaolin Mönche Chueh Yuan und Li Sou die "Faustform der fünf Tiere", ein bis heute erhaltener Stil, der sich an den Wesen der Tiere Tiger, Kranich, Drache, Leopard und Schlange orientiert.
In gleicher Zeit brachten wandernde Mönche das Shaolin Kung Fu zur japanischen Insel Okinawa, von wo aus sich das Kara-Te entwickelte. In den Anfängen bedeutete Kara-Te "Chinesische Hand", durch späteren Austausch von Kara mit einem gleichlautenden Schriftzeichen wurde es dann zur Kunst der "leeren Hand".

Die ursprünglich während einer Revolte von den Kaisertreuen zu Hilfe gerufenen Stämme der Mandschurei besetzten 1644 China, es begann die Qing-Dynastie, die bis 1911 andauerte. Das chinesische Volk leistete Widerstand gegen die Besatzerarmee, das Shaolin Kloster spielte dabei eine zentrale Rolle. Es wurde daher von den Mandschus zerstört und musste in Südchina neu errichtet werden. Durch diese Vertreibung der Mönche verbreitete sich die Kampfkunst in ganz China auch unter einfachen Leuten. Eine Auffächerung in diverse Stile je nach lokalen Einflüssen begann. Kung Fu Stile versucht man seitdem auch geographisch zu unterscheiden. Ein Stil mit viel Beineinsatz ist der nördliche Stil, überwiegend Hand- und Fausttechniken Stil des Südens. Trennlinie ist in dieser Betrachtung der Gelbe Fluss.

Nach den Wirren der beiden Weltkriege flohen viele Kung Fu Meister nach Taiwan oder Hong Kong. Die "Kulturrevolution" hatte sämtliche Kampkünste mit Verbot belegt. Seit Ende der Kulturrevolution 1976 ist Kampfkunst in China wieder weit verbreitet. 

Einen guten Überblick gibt Chang Dsu Yao in "Shaolin Kung Fu - Grundlagen der chinesischen Kampfkunst", erhältlich im Falken Verlag.
 

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