Kunmings Steinwald, Zhangye und der Stelenwald


Kunmings Steinwald, Zhangye und der Stelenwald

Nicht nur Geologen kommen in China auf ihre Kosten. Unglaubliche Farben, schwindelerregende Höhen und bedeutende Gravuren lassen auch die Herzen von Naturfreunden höher schlagen.

Steine als Regenbogen: Zhangye

In Zhangye erwarten Besucher im Danxia-Geopark eine märchenhafte Naturschönheit – noch dazu eine sehr farbenprächtige. Die Landschaft ist so farbgewaltig, dass man den Bildern kaum trauen mag und vor Ort denkt, jeden Moment müsste die Grinsekatze um die Ecke biegen. Das Danxia-Gebirge besteht aus roten Sandsteinen (Danxia heißt wörtlich „roter Fels“), die so wirken, als würden sie sich wie Wellen auf und ab bewegen. Sie strahlen in den unterschiedlichsten Rottönen und es scheint fast so, als wären die Felsen mit Streifen bemalt worden. Das Gebirge hat seinen Namen vom Berg Danxia, einem der berühmtesten Beispiele für diese Gesteinsform, die im Südosten, Südwesten und Nordwesten des Landes vorkommt. Vor 80 Millionen Jahren, während der Kreidezeit, wurden Kreidefelsen, Sandstein und Sedimente aus Seen und Flüssen abgelagert. Noch einmal 15 Millionen Jahre später entstanden durch die Plattenbewegung Verwerfungen. Wind und Regen formten das Gebirge im weiteren Verlauf. Die Farbschichten kommen von den unterschiedlichen Mineralien, die innerhalb von Millionen Jahren in Schichten zusammengepresst wurden. Wunderschöne Fotos sind hier garantiert – auch wenn man zu Hause vermutlich erst einmal beweisen muss, dass die Bilder nicht manipuliert sind.

Ein Wald aus Stein: Shilin

In der Nähe von Kunming steht ein ganz besonderer Wald. Die „Bäume“ dieses fast 26.000 Hektar großen Gebiets sind schmale, bizarr geformte Felsnadeln, die zwischen fünf und dreißig Meter in die Höhe ragen. Auf zwölf Quadratkilometern Fläche kann man unterschiedliche Felsformationen bewundern – zum Beispiel Ashima. Die junge Schönheit, so eine Geschichte, wurde vom Sohn eines Großgrundbesitzers entführt. Doch ihr Geliebter eilte zu ihrer Rettung und konnte sie in einem Sängerwettstreit zurückgewinnen. Leider ist das nicht das Happy End der Geschichte: Ashima ertrank auf dem Heimweg und verwandelte sich in eben diesen Stein. Ein 1.200 Meter langer, sicher markierter Wanderweg schlängelt sich durch das Steinlabyrinth vorbei an den fantastischen Gebilden, die an Menschen, Tiere, Schwerter und Pagoden erinnern. Rauschende Wasserfälle, klare Seen und Karsthöhlen ergänzen das beeindruckende und bizarre Landschaftsbild. Der Weg führt zum Lotos-Gipfel mit einem kleinen Pavillon, von dem aus man den Steinwald in seiner vollen Größe und Schönheit überblicken kann.

Wer genauer hinsieht, erkennt an den Felswänden Korallen. Denn der geologische Ursprung des Steinwaldes liegt in einem verschwundenen Meer. Diese natürlichen Karstformationen entstanden vor mehr als 200 Millionen Jahren, als die Erdkruste sich allmählich erhob und das ursprüngliche Wasser absinken ließ. Der Steinwald besteht aus verschiedenen Gebieten: dem Großen und dem Kleinen Steinwald, dem Naigu-Steinwald und einen unterirdischen Vertreter in der Zhiyun-Grotte, der sich über mehrere Höhlen erstreckt. Nebeneiner liegen hier Steinformationen, die in unterschiedlichen geologischen Epochen entstanden. Zudem beherbergt das Areal einen Karstsee mit Stalagtiten und Stalagmiten unter der Wasseroberfläche sowie eine geheimnisvolle Grotte, aus der zwischen August und November in regelmäßigen Abständen ein starker Wind heult.

Pfeiler aus Stein: Zhangjiajie

Eher Pfeiler als Nadeln sehen die Besucher des Wulingyuan-Naitonalparks in Zhangjiajie. Dieses Gebiet ist bekannt für seine bis zu 200 (!) Meter hohen Sandsteinpfeiler. 1982 wurde er zu Chinas erstem nationalen Waldpark ernannt. Für die Form sind das sich ausdehnende Eis im Winter, das Gesteinsteile „sprengt“,  und die auf den Säulen wachsenden Pflanzen verantwortlich. Die Region ist auch bedeutend wegen ihrer Flora und Fauna: Chinesischer Taubenbaum, Ohrenschuppentier oder Goldener Fasan fühlen sich hier wohl. Eine Säule trägt übrigens einen prominenten Namen: Avatar-Hallelujah-Berg. Seine Form erinnert an die schwebenden Hallelujah-Berge im Film „Avatar“. Allerdings streitet sich die Provinz Hunan, in der der Wulingyuan-Naitonalpark liegt, mit Anhui. In dieser Provinz befindet sich das Huang-Shan-Gebirge, das auch Pate gestanden haben könnte. Die Designer der Films gaben an, dass die Karstgebirge Chinas Vorbild waren – das lässt Raum für einen Wettstreit.

Steine als Dokumente: der Stelenwald

Und noch mindestens einen Ort in China gibt es, an dem Bäume der etwas anderen Art stehen. Der „Stelenwald“ bei Xian besteht aus 2.300 Tafeln, auf denen die klassische chinesische Literatur aus verschiedenen Dynastien buchstäblich in Stein gemeißelt ist. So konnte sie, vor möglichen Bränden geschützt, bis in unsere Zeit überdauern. Ein weiterer Vorteil: Die Steintafeln stellen eine vor Fälschungen sichere Quelle zur Geschichte des Landes dar. Die verschiedenen Dynastien deuteten die Historie nämlich gern auch mal zu ihren Gunsten um. Die Anlage beherbergte einst einen konfuzianischen Tempel – ab dem 11. Jahrhundert wurde sie in eine Bibliothek umgewandelt. Einst kamen Studenten aus ganz China hierher, um die chinesischen Klassiker zu studieren.

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